Archiv für September 2010

NPD-Konzert am 2. Oktober in Finowfurt

Die NPD kommt nun doch nicht nach Biesenthal, sondern geht nach Finowfurt, auf das Privatgrundstück des DVU-Funktionärs Klaus Mann.
Die NPD plant für den 2. Oktober ihren sogenannten „Preussentag“. Inhaltlich geht es darum die Einverleibung der Gebiete zu fordern, die irgendwann einmal zu Deutschland gehörten und jetzt zu Polen, Tschechien und Russland gehören. Dieser aggressive Revanchismus soll durch Reden, Propagandastände und Konzerte transportiert werden. Als RednerInnen sind mehrere FunktionärInnen der NPD und eines Kameradschaftlers angekündigt. Rassistische , Menschenverachtende und Gewaltverherrlichende Texte sind von mehreren Rechtsrockgruppen und von einem Liedesmacher zu erwarten: TotalVerlust, Exzess, Preußenfront (probt in Biesenthal), Preussenstolz (Potsdam), Fylgien. Bei den Propagandaständen fällt vor allem der der „Freien Kräfte Berlin“ auf, einer der aktivsten Berliner Neonazi-Kameradschaften.

mehr Inforamtionen zu den Nazibands:
„Totalverlust“ ist nur der Tarnname der Band „Tätervolk“. „Tätervolk“ ist eine jüngere aus Meckenburg Vorpommern stammende RAC(rock against communism) Band. 2008 veröffentlichten sie ihr erstes Album „in brauner Uniform“, was dann auch gleich indiziert wurde und einem absoluten Verbreitungsverbot unterliegt. „Totalverlust“ spielte auch schon auf dem Biesenthaler NPD-Gelände.
„Exzess“ ist eine jüngere Rechtrock Band, die 2008 zum ersten mal auf dem Sampler „Gefahr im Verzug“ in Erscheinung trat. Zudem haben sie mp3s zum download in einschlägigen Foren publizert. „Exzess“ ist bereits bei anderen NPD Konzerten (NPD Fest in Biesenthal) aufgetreten. Desweiteren spielen „Exzess“ gerne Cover von „Lunikoff Verschwörung“, der „Landser“-Nachfolgeband. Die Band trat dieses Jahr beim „Rock für Deutschland“ in Gera auf. Dort hetzten die Rechtsrocker von „Exzess“ u.a. mit Coversongs von „Die Lunikoff Verschwörung“ gegen den „Multikulti-Staat“, lobpreisten die Soldaten der „Wehrmacht“ als Helden und verkündeten: „der Morgen wird unser sein … nichts bändigt unsre deutsche Wut!“ Als der Sänger zwischen zwei Titeln mehrmals die Worte „Ruhm und Ehre“ ins Mikro raunte, ergänzten die Fans vor der Bühne begeistert: „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“. „Ich glaube, das sollte man ausnutzen, wenn man das mal singen darf“, kommentierte der Sänger, bevor er nach einem Hinweis vom Veranstalter spöttisch meinte: „Ich soll darauf aufmerksam machen, dass hier keiner den Arm hebt, um zu gucken, ob er Sonnenbrand unter dem Arm hat.“ Scheinbar hatten auch die Organisatoren die Hitlergrüße im Publikum bemerkt. Kurz darauf quittierten die Rechtsrock-Fans die Ansage mit den Sprechchor: „Ruhm und Ehre der Waffen-SS!“
„Preussenfront“ ist eine Band die auf dem NPD-Gelände in Biesenthal ihren Proberaum hat. Bekanntes Bandmitglied ist der aktive Schönower Neonazi Kai Hasselmann, der auch Mitglied der DVU ist.
„Preussenstolz“ ist die aktivste rechtsextreme Band aus Potsdam. Rund 15 „Preussenstolz“-Auftritte hat der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr gezählt. Im Februar verhinderte die Polizei mit einem Großaufgebot ein Konzert der Band im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Auch haben die rechtsextremen Musiker von „Preussenstolz“ in diesem Jahr ein Demo aufgenommen, zusammen mit anderen Szene-Bands der Landeshauptstadt sind sie zudem auf der Samplerreihe „Die Söhne Potsdams“ vertreten. Ihr Motto lautet „Mit Musik zum Sieg“. Zu schrammelnden Rockgitarren grölen sie gegen angeblichen „Multikultiwahn“ und für „Großdeutschland“. „Preussenstolz“ existieren nach eigenen Angaben seit 2007.
Der rechts­ex­tre­me Lie­der­ma­cher „Fyl­gi­en“ aka Se­bas­ti­an Döh­rin­g trat für die Ber­li­ner NPD bei der Bun­des­tags­wahl 2009 auf Lis­ten­platz 10 an und reist an­sons­ten gerne als Lie­der­ma­cher durch die Re­pu­blik. „Fyl­gi­en“ ver­öf­fent­lich­te im Jahr 2009 auf dem Na­zil­a­bel „We­ar­wolf Re­cords“ mit „Ger­ma­nia“ seine mitt­ler­wei­le drit­te Plat­te.

Still ruht der See – Biesenthals Naziszene ist abgetaucht

Naziaktivitäten in Biesenthal? Fehlanzeige! Seit Monaten ist von Nazis in Biesenthal nichts zu hören und zu sehen. Auch auf Aktivitäten auf dem Gelände in der Erich-Mühsam-Straße gibt es keinerlei Hinweise. Noch im letzten Jahr fanden dort zahlreiche Naziveranstaltungen statt.
Unklar beliebt aber weiterhin, ob der Stadtverordnete Mike Sandow, der im Januar aus der NPD augetreten ist, sich wirklich aus der rechtsextremen Szene gelöst hat. Sandow ist als Geschäftsführer der Devasta-GmbH auch direkt verantwortlich für das Gelände in der Erich-Mühsam-Straße. Haben die Nazis nun keinen Zugriff mehr auf das Gelände oder sind deren Veranstaltungen einfach kleiner und leiser geworden? Wir werden das weiter beobachten!