Zur Zeit finden die „Antifaschistischen Informationswochen im Landkreis Barnim“ statt. In diesem Rahmen gibt es auch zwei Veranstaltungen in Biesenthal:
Infoabend zu Nazi-Strukturen im Landkreis Barnim
Do 22.09. – 18.30 Uhr _ Kulturbahnhof Biesenthal
Von „nationaler“ Jugendarbeit und vermeintlich bürgernahen Parteien über militante Kameradschaften und neonazistische Subkultur bis hin zu zwei Toten auf Grund von neonazistischer Gewalt – Nazistrukturen finden im Landkreis Barnim vielfältige Formen. Ein_e Referent_in des Apabiz e.V. wird auf die Entwicklung der Nazistrukturen im Landkreis eingehen und die Rolle im Land Brandenburg beleuchten.
Infoabend zu Europas Rechte
Mi 05.10. – 18. 30 Uhr _ Kulturbahnhof Biesenthal
In ganz Europa nimmt der Einfluss der rechten bzw. der rechts/konservativen Bewegung zu. Sei es in Form von bürgerlichen Initiativen, wie in Norditalien oder Rumänien, wo Sinti und Roma aktiv
ausgegrenzt und verfolgt werden, oder sei es in Regierungen wie Dänemark, Ungarn und Italien. Wie ist die aktuelle Entwicklung? Und warum steigt die Akzeptanz für rechtes Gedankengut in der bürgerlichen
Gesellschaft? Diesen und weiteren Fragen wollen wir in dem Workshop auf den Grund gehen.
weitere Informationen zu den Informationswochen: http://barniminfowochen.blogsport.de/
Seit Februar 2011 kursieren 60.000 interne E-Mails der NPD und deren Inhalt in der interessierten Öffentlichkeit. Darin findet sich auch neues über Mike Sandow dem ehemailgen Vorsitzenden des NPD-Kreisverbandes Barnim-Uckermark. Sandow liess sich für die NPD in die Biesenthaler Stadtverordnetenversammlung und den Barnimer Kreistag wählen. Ausserdem war er Geschäftsführer der Devasta GmbH und damit direkt verantwortlich für das NPD-Gelände in Biesenthal.
Inzwischen ist Sandow aus der NPD ausgetreten, aber immer noch in der Brandenburger Naziszene aktiv. Gemeinsam mit anderen NPD-Aktiven wie Aileen G. aus Bernau und Ingo Pannier betreibt er seit einigen Monaten den Verein „Märkisches Familien- und Hilfswerk“. Der Sitz liegt im Ahrensfelder Ortsteil Blumberg, auf dessen Gelände Pannier zusammen mit Jana Michaelis einen Reiterhof betreibt. Michaelis gilt als der neonazistischen „Gemeinschaft deutscher Frauen“ nahe stehend.
Das Forum der Reiterhof-Internetseite wird von Sven Haverlandt (NPD Dahmeland) über eine NPD-Mailadresse verwaltet. Pannier ist Versicherungsmakler, macht als solcher Abschlüsse mit der NPD und nutzt dafür auf offiziellem Briefpapier der VHV-Versicherung die Anrede „Liebe Kameraden“. Zum Vorstand des „Märkischen Familien- und Hilfswerks“ gehört außerdem Jenny Liedtke aus Bernau. Maik Hampel – er ist bekannt als ehemaliger Aktivist der „Nationalistischen Front“ und der „Hilfsgemeinschaft für nationale Gefangene“ (HNG) – ist Schatzmeister. Seine Hennigsdorfer Wohnung wurde 2008 im Zusammenhang mit dem Verbot der „Heimattreuen Deutschen Jugend“ (HDJ) durchsucht.
Quelle: www.inforiot.de
Der ehemalige Biesenthaler NPD-Funktionär Mike Sandow ist nicht mehr Geschäftsführer der Devasta-GmbH. Neuer Geschäftsführer der Eigentümergesellschaft des Biesenthaler NPD-Geländes ist Enrico Rinke.
Enrico Rinke war aktiv im „Schützenhaus“ in Pößneck (Thüringen). 2003 kaufte der Rechtsextremist Jürgen Rieger (NPD) das Schützenhaus für 360.000 Euro im Namen der Wilhelm Tietjen Stiftung,um dort eine Tagungsstätte einzurichten. Im April 2005 fand der Landesparteitag der NPD in Pößneck statt. Michael Regener, Sänger der Neonazi-Band Landser, gab dort sein Abschiedskonzert vor dem Verbüßen einer mehrjährigen Haftstrafe.
Wer übrigens auf die website der Devasta geht wird von Google und Firefox vor dem Betreten der Seite gewarnt, da von dort Schadsoftware (malware) ohne Einwilligung des Nutzers heruntergeladen und installiert wird.
Nachdem es lange ruhig blieb um das NPD-Gelände in Biesenthal gibt es nun wieder Neuigkeiten. Am 12. Februar 2011 fand auf dem Gelände am Erich-Mühsam-Weg ein Arbeitseinsatz der NPD statt. Eingeladen dazu hatte der Kreisverband Barnim-Uckermark per E-Mail:
“ Arbeitseinsatz in Biesenthal
Am Sonnabend, den 12. Februar 2011, findet ab 10.00 Uhr ein Arbeitseinsatz im Biesenthaler Objekt statt. Jede helfende Hand wird gebraucht, damit wir dort einiges schaffen können 
Plan für diesen Tag ist folgender:
- allgemeine Objektaufräum- und Reinigungsarbeiten (ggf. Instandsetzung von Objekteigentum)
- Aufräum- und Lagerungsarbeiten des Kreisverbandes (ggf. Instandsetzung von Kreisverbandseigentum)
- Aufräum- und Lagerungsarbeiten des Landesverbandes (ggf. Instandsetzung von Landesverbandseigentum)
- Herrichtung von Schulungsräumen sowie ggf. Malerarbeiten
Also hier noch einmal die Daten kurz zusammengefasst:
Datum: 12. Februar 2011
Uhrzeit: ab 10.00 Uhr
Ort: Objekt Biesenthal, Erich-Mühsam-Weg, 16359 Biesenthal
Für Getränke und ein warmes Mittag ist natürlich gesorgt!
Im Anschluß können wir den Abend gern bei einem gemeinsamen Bier und Lagerfeuer ausklingen lassen“
Diese E-Mail gehört zu über 60.000 Mails aus der internen Kommunikation der NPD die mehreren Medien zugespielt wurden. Die Biesenthal betreffende Mail findet sich auf der Website der TAZ.
Auch von regelmäßigen Stammtischen in Biesenthal ist die Rede – zuletzt Anfang März.
Die NPD kommt nun doch nicht nach Biesenthal, sondern geht nach Finowfurt, auf das Privatgrundstück des DVU-Funktionärs Klaus Mann.
Die NPD plant für den 2. Oktober ihren sogenannten „Preussentag“. Inhaltlich geht es darum die Einverleibung der Gebiete zu fordern, die irgendwann einmal zu Deutschland gehörten und jetzt zu Polen, Tschechien und Russland gehören. Dieser aggressive Revanchismus soll durch Reden, Propagandastände und Konzerte transportiert werden. Als RednerInnen sind mehrere FunktionärInnen der NPD und eines Kameradschaftlers angekündigt. Rassistische , Menschenverachtende und Gewaltverherrlichende Texte sind von mehreren Rechtsrockgruppen und von einem Liedesmacher zu erwarten: TotalVerlust, Exzess, Preußenfront (probt in Biesenthal), Preussenstolz (Potsdam), Fylgien. Bei den Propagandaständen fällt vor allem der der „Freien Kräfte Berlin“ auf, einer der aktivsten Berliner Neonazi-Kameradschaften.
mehr Inforamtionen zu den Nazibands:
„Totalverlust“ ist nur der Tarnname der Band „Tätervolk“. „Tätervolk“ ist eine jüngere aus Meckenburg Vorpommern stammende RAC(rock against communism) Band. 2008 veröffentlichten sie ihr erstes Album „in brauner Uniform“, was dann auch gleich indiziert wurde und einem absoluten Verbreitungsverbot unterliegt. „Totalverlust“ spielte auch schon auf dem Biesenthaler NPD-Gelände.
„Exzess“ ist eine jüngere Rechtrock Band, die 2008 zum ersten mal auf dem Sampler „Gefahr im Verzug“ in Erscheinung trat. Zudem haben sie mp3s zum download in einschlägigen Foren publizert. „Exzess“ ist bereits bei anderen NPD Konzerten (NPD Fest in Biesenthal) aufgetreten. Desweiteren spielen „Exzess“ gerne Cover von „Lunikoff Verschwörung“, der „Landser“-Nachfolgeband. Die Band trat dieses Jahr beim „Rock für Deutschland“ in Gera auf. Dort hetzten die Rechtsrocker von „Exzess“ u.a. mit Coversongs von „Die Lunikoff Verschwörung“ gegen den „Multikulti-Staat“, lobpreisten die Soldaten der „Wehrmacht“ als Helden und verkündeten: „der Morgen wird unser sein … nichts bändigt unsre deutsche Wut!“ Als der Sänger zwischen zwei Titeln mehrmals die Worte „Ruhm und Ehre“ ins Mikro raunte, ergänzten die Fans vor der Bühne begeistert: „Ruhm und Ehre der Wehrmacht“. „Ich glaube, das sollte man ausnutzen, wenn man das mal singen darf“, kommentierte der Sänger, bevor er nach einem Hinweis vom Veranstalter spöttisch meinte: „Ich soll darauf aufmerksam machen, dass hier keiner den Arm hebt, um zu gucken, ob er Sonnenbrand unter dem Arm hat.“ Scheinbar hatten auch die Organisatoren die Hitlergrüße im Publikum bemerkt. Kurz darauf quittierten die Rechtsrock-Fans die Ansage mit den Sprechchor: „Ruhm und Ehre der Waffen-SS!“
„Preussenfront“ ist eine Band die auf dem NPD-Gelände in Biesenthal ihren Proberaum hat. Bekanntes Bandmitglied ist der aktive Schönower Neonazi Kai Hasselmann, der auch Mitglied der DVU ist.
„Preussenstolz“ ist die aktivste rechtsextreme Band aus Potsdam. Rund 15 „Preussenstolz“-Auftritte hat der Verfassungsschutz im vergangenen Jahr gezählt. Im Februar verhinderte die Polizei mit einem Großaufgebot ein Konzert der Band im Berliner Stadtteil Lichtenberg. Auch haben die rechtsextremen Musiker von „Preussenstolz“ in diesem Jahr ein Demo aufgenommen, zusammen mit anderen Szene-Bands der Landeshauptstadt sind sie zudem auf der Samplerreihe „Die Söhne Potsdams“ vertreten. Ihr Motto lautet „Mit Musik zum Sieg“. Zu schrammelnden Rockgitarren grölen sie gegen angeblichen „Multikultiwahn“ und für „Großdeutschland“. „Preussenstolz“ existieren nach eigenen Angaben seit 2007.
Der rechtsextreme Liedermacher „Fylgien“ aka Sebastian Döhring trat für die Berliner NPD bei der Bundestagswahl 2009 auf Listenplatz 10 an und reist ansonsten gerne als Liedermacher durch die Republik. „Fylgien“ veröffentlichte im Jahr 2009 auf dem Nazilabel „Wearwolf Records“ mit „Germania“ seine mittlerweile dritte Platte.